Ratgeber

Bürsten zwischen den Terminen: die passende Routine für jeden Felltyp

Apricotfarbener Doodle mit lockigem Fell sitzt entspannt auf dem Grooming-Tisch

Zwischen zwei Salonterminen liegen oft mehrere Wochen. Was in dieser Zeit zu Hause passiert, entscheidet mit darüber, wie entspannt der nächste Besuch wird - für deinen Hund und für dich. Die gute Nachricht: Du brauchst keine Profi-Ausstattung. Es reicht, wenn Werkzeug und Rhythmus zum Felltyp deines Hundes passen.

Kurzes Fell: wenig Aufwand, aber regelmäßig

Kurzhaarige Hunde wie Beagle oder Boxer sind beim Bürsten unkompliziert. Ein Termin pro Woche reicht in der Regel aus. Das passende Werkzeug ist ein Gummistriegel oder eine weiche Naturborstenbürste: Beide nehmen lose Haare und Staub mit und massieren nebenbei die Haut, ohne sie zu reizen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Was in der Bürste landet, liegt später nicht auf dem Sofa.

Langes Fell: lieber oft und kurz als selten und lang

Seidiges Langhaar, etwa beim Shih Tzu oder Malteser, neigt zu Knoten. Hier bürstest du am besten mehrmals pro Woche, an reibungsstarken Stellen gern täglich ein paar Minuten. Am gründlichsten arbeitest du mit einer Zupfbürste Schicht für Schicht bis zur Haut, nicht nur über die Oberfläche. Zum Schluss prüfst du mit einem Metallkamm: Gleitet er überall ohne Widerstand durchs Fell, ist alles in Ordnung.

Locken und Pudelfell: was nicht ausfällt, verfilzt

Lockiges Fell wächst ständig weiter, fällt aber kaum aus. Abgestorbene Haare bleiben in den Locken hängen und bilden Knoten, die sich ohne Pflege zu Filzplatten verdichten. Deshalb gilt für Pudel, Doodle und ähnliche Felltypen: etwa alle zwei bis drei Tage mit der Zupfbürste durchs ganze Fell, anschließend die Kontrolle mit dem Kamm. Besondere Aufmerksamkeit verdienen erfahrungsgemäß die Stellen, an denen Reibung entsteht - hinter den Ohren, unter den Achseln, an den Innenseiten der Hinterbeine und rund um die Rute.

Unterwolle: das Fell mit zwei Schichten

Hunde mit Doppelfell, etwa Husky, Golden Retriever oder Spitz, tragen unter dem Deckhaar eine weiche, wärmende Unterwolle. Diese Unterwolle wird etwa zweimal im Jahr großflächig abgestoßen. Außerhalb des Fellwechsels reichen zwei bis drei Bürsteinheiten pro Woche mit der Zupfbürste. Im Fellwechsel darfst du täglich ran, kurze Einheiten genügen. Das wichtigste Werkzeug in dieser Zeit ist ein Unterwollkamm oder Unterwollrechen: Er holt die abgestorbene Wolle heraus, ohne das Deckhaar zu beschädigen.

Beim Bürsten auf die Haut schauen

Das Bürsten ist eine gute Gelegenheit, deinen Hund nebenbei einmal ganz abzusuchen. Fallen dir gerötete Stellen, kahle Flecken oder anderes Ungewöhnliches auf, lass das tierärztlich abklären. Dieser Ratgeber gibt Pflegetipps und ersetzt keinen Tierarztbesuch.

So bleibt die Routine entspannt

Kurz und häufig schlägt selten und gründlich. Ein paar ruhige Minuten, eine weiche Unterlage, danach etwas Schönes - so wird das Bürsten zur Gewohnheit statt zum Kraftakt. Welpen gewöhnst du am besten von Anfang an mit kleinen, täglichen Einheiten daran. Und wenn du doch einmal auf Filz stößt: Zieh nicht mit Gewalt daran. Kleine Knoten lassen sich vorsichtig auseinanderarbeiten, bei größeren Flächen hilft der Profi weiter.

Falls das Fell zwischen den Terminen doch einmal aus dem Ruder läuft: Im Pfotenparadies in Ingolstadt schauen wir uns das in Ruhe an und besprechen vor Ort, was sich retten lässt - eine Entfilzung kommt als Zusatzleistung je nach Aufwand mit 25 bis 70 Euro dazu, und jeder Termin bekommt genug Zeit.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Pflegetipps aus dem Salon-Alltag und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei Haut-, Schmerz- oder Verhaltensauffälligkeiten bitte immer tierärztlich abklären lassen.