Baden zuhause: was okay ist, was dem Fell schadet
Ein Bad zuhause ist völlig in Ordnung - wenn ein paar Grundlagen stimmen. Die meisten Fehler passieren dabei nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil man es gut meint: das Wasser schön warm, das eigene Lieblingsshampoo, lieber einmal öfter baden als zu selten. Genau da lohnt sich ein zweiter Blick. Hier liest du, was dem Fell guttut und was ihm schadet.
Lauwarm statt heiß
Was sich für dich angenehm warm anfühlt, ist für deinen Hund oft schon zu viel. Hundehaut ist dünner und empfindlicher als unsere. Lauwarmes Wasser ist die sichere Wahl: Teste es am Unterarm, so wie man es vom Babybad kennt. Fühlt es sich dort neutral bis leicht warm an, passt es.
Zu heißes Wasser tut der empfindlichen Hundehaut nicht gut - und es macht vielen Hunden das Baden unangenehm. Ein Hund, der das Bad einmal mit Stress verbindet, vergisst das so schnell nicht. Ruhiges, handwarmes Wasser ist deshalb nicht nur Hautpflege, sondern auch Vertrauensarbeit.
Hundeshampoo statt Menschenshampoo
Wenn du dir nur einen Punkt aus diesem Artikel merkst, dann diesen. Menschliche Haut ist deutlich saurer als Hundehaut: Unser Haut-pH liegt etwa bei 5,2 bis 6,2, der von Hunden eher im neutralen Bereich um 6,2 bis 7,5. Menschenshampoos sind auf unseren sauren Wert abgestimmt. Auf Hundehaut können sie den natürlichen Säureschutzmantel stören - die Haut wird trocken, schuppig oder gereizt.
Das gilt übrigens auch für mildes Babyshampoo. Nimm ein Shampoo, das ausdrücklich für Hunde gemacht ist. Es ist auf den Haut-pH deines Hundes abgestimmt und wäscht sanft, ohne die Schutzschicht anzugreifen.
Ausspülen: länger, als du denkst
Shampoo-Reste im Fell können Juckreiz und Hautreizungen verursachen - auch deshalb kratzen sich manche Hunde nach dem Baden. Spüle deshalb deutlich länger, als es nötig erscheint - so lange, bis das Wasser klar abläuft und sich das Fell nirgends mehr seifig anfühlt.
Denk dabei an die Stellen, an denen sich Reste gern verstecken: Achseln, Bauch, die Innenseiten der Schenkel und der Bereich, wo sonst das Halsband sitzt. Bei dichtem Fell hilft es, mit den Fingern bis auf die Haut zu gehen und das Wasser dorthin zu leiten. Gründliches Ausspülen ist keine Kür, sondern der halbe Erfolg.
Trocknen: Geduld schlägt Hitze
Erst kommt das Handtuch: Fell andrücken und ausdrücken statt wild rubbeln - Rubbeln verknotet vor allem langes Fell. Ein normaler Föhn ist heikel, weil er für die dünnere Hundehaut schnell zu heiß wird. Wenn du föhnst, dann nur auf niedriger Stufe, mit Abstand und in ständiger Bewegung. Bei Hundetrocknern arbeitet übrigens vor allem der Luftstrom, nicht die Hitze.
Wichtig bei dichtem Fell und Unterwolle: wirklich bis auf die Haut trocknen. Ein Fell, das lange klamm bleibt, verfilzt leichter und schafft ein feuchtes Klima, in dem sich Hautprobleme wohlfühlen. Auch Hautfalten und die Bereiche um die Ohren verdienen einen Extra-Moment mit dem Handtuch.
Wie oft ist Baden überhaupt sinnvoll?
Seltener, als viele denken. Für einen gesunden Hund ist ein Bad etwa alle vier bis sechs Wochen eine gute Orientierung - abhängig von Felltyp, Felllänge und davon, wie viel dein Hund draußen unterwegs ist. Zu häufiges Baden wäscht die natürlichen Fette aus Haut und Fell, und genau diese Fette halten das Fell geschmeidig und die Haut geschützt.
Zwischendurch reicht meist regelmäßiges Bürsten. Getrockneter Matsch lässt sich oft einfach ausbürsten, ganz ohne Wanne. Und falls dein Tierarzt ein spezielles Shampoo empfohlen hat, gilt selbstverständlich dessen Plan - nicht dieser Ratgeber.
Wenn du unsicher bist
Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Wenn die Haut deines Hundes gerötet, schuppig oder auffällig ist, lass das bitte tierärztlich abklären, bevor du zuhause experimentierst.
Und wenn das Fell schon verfilzt ist, etwa nach dem Winter oder einer längeren Bürstenpause: Das ist kein Fall für die Badewanne, sondern für ruhige Hände. Im Pfotenparadies in Ingolstadt nehmen wir uns dafür Zeit - die Entfilzung kostet je nach Aufwand 25 bis 70 Euro zusätzlich zum regulären Termin, und jeder Termin bekommt so viel Zeit, wie dein Hund braucht.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Pflegetipps aus dem Salon-Alltag und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei Haut-, Schmerz- oder Verhaltensauffälligkeiten bitte immer tierärztlich abklären lassen.